Bericht 1968

Eintrag 114

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

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Zum Bericht 1968

Michel, Paul: Zur Systematik des Musikhörens. In: Musik in der Schule. 19 (1968), S. 213-221.

Musikpsychologische Forschungsergebnisse über das Musikerleben von Kindern und Jugendlichen beweisen, daß sich bei entsprechender Hörpraxis die Hör- und Erlebnisfähigkeiten für die Musik des Erbes und des Gegenwartsschaffens nicht im zeitlichen Nacheinander, sondern im wechselseitigen Miteinander entwickeln. Die Hör Systematik in Kindergarten und Schule darf sich deshalb nicht sklavisch an die historischen Entwicklungslinien der Musikkultur halten. Diese bisherige methodisch-didaktische Verspätung versperrt den Heranwachsenden den Weg zur zeitgenössischen Musik, so daß eine immer größer werdende Kluft zwischen dem Musikhören in Kindergarten und Schule und dem ständigen Vorwärtsschreiten zeitgenössischer Musik in der Hörwelt der Kinder entsteht. Durch eine vom Kleinkindalter an aufwärts parallel verlaufende und sich gegenseitig durchdringende Bildung vielfältig strukturierter Hörmodelle - bei elementaren Grundtypen beginnend und mit ihren Erweiterungen fortsetzend - muß die Hör- und Erlebnisfähigkeit für das progressive Musikkontinuum, zumindest vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart, in einem Fluß eröffnet werden. Es werden Vorschläge zur Verbesserung und Verfeinerung der Systematik des Musikhörens unterbreitet, wobei eine von dieser Erweiterung der Hörmodelltypen her zu bestimmende Stufenfolge entwickelt wird.

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