Bericht 1974

Eintrag 221

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

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Zum Bericht 1974

Michel, Paul: Grundfragen der musikalischen Begabungsdiagnostik. (1.2.) - In: Musik in der Schule. (1) 24 (1973) 12, S. 474-478; (2) 25 (1974) 1, S. 10-14.

In kritischer Auseinandersetzung mit musikalischen Begabungstests (Seashore, Rupp, Révész), mit deren den bürgerlichen Begabungs- und Präformationstheorien verhafteten quantitativen, korrelationsstatistischen und faktorenanalytischen formalen Wertungen werden neue, an den Musikschulen der DDR unter der Leitung des Verfassers entwickelte Diagnose-Verfahren dargestellt und begründet, deren Kernstück die marxistische Grundauffassung ist, daß die Diagnostik musikalischer Begabungen nur geschehen kann, indem viele Kinder frühzeitig musikalisch optimal gebildet und erzogen werden. Deshalb gründet sich die Begabungsdiagnostik auf ein einjähriges Trainingsprogramm allgemein-musikalischer und instrumentaler Entwicklung für möglichst viele Kinder des Vorschulalters (5./6. Lebensjahr), um eine langfristige Beobachtung nicht nur des Leistungsverhaltens, sondern auch der kindlichen Gesamtpersönlichkeit zu gewährleisten. Das Wesen dieses natürlichen, pädagogisch-psychologischen Experiments besteht darin, daß die musikalisch-psychischen Prozesse nicht mehr nur wie im Test konstatiert, sondern bewußt verändert werden und so im Prozeß der Einwirkung, Entwicklung und Veränderung die musikalischen Entwicklungstendenzen erfaßt und Prognosen festgelegt werden können.

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