Blank, Gerhardt: Über die Beziehungen Peter Iljitsch Tschaikowskis zum Schaffen Robert Schumanns. - In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Pädagogischen Hochschule Zwickau. 9 (1973) 2, S. 108-127. = Gesellschafts- u. sprachwissenschaftliche Reihe.
Tschaikowskis Auseinandersetzung mit dem Schaffen Robert Schumanns erfolgte auf schriftstellerischem und auf kompositorischem Gebiet. Mit seinen Feuilletons trug er in hohem Maße zur Schumannpflege in Rußland und zur Festigung fortschrittlicher Traditionen auf diesem Gebiet bei, die im Musikleben der Sowjetunion eine intensive und großzügige Fortsetzung finden. Wesentlich ist Tschaikowskis Eingehen auf schöpferische Besonderheiten Schumanns (z. B. auf seine "Davidsbündleridee"). Tschaikowski würdigt ferner die geistigkünstlerische Auseinandersetzung Schumanns mit den Problemen seiner Zeit. Kritische Bemerkungen des russischen Meisters gelten vor allem dem Instrumentationsproblem. Beim Wirksamwerden Schumannscher Anregungen im Schaffen Tschaikowskis treten Gemeinsamkeiten besonders im Bereich des Lyrischen sowie in der Gestaltung des "Schlicht-Volkstümlichen" und der "sieghaften Zuversicht" (Knepler) hervor. Diese Anregungen werden im Verlaufe der Schaffenszeit Tschaikowskis in zunehmendem Maße seiner schöpferischen Eigenart untergeordnet. Spätbürgerliche Vorstellungen vom "wesentlich orientierten" Tschaikowski oder vom "russischen Schumann" sind als Verfälschungen des Tschaikowski- wie auch des Schumann-Bildes zu betrachten. [10]
Personen
- Gerhardt Blank Autor*in