Michel, Paul: Das Beethovenbild der deutschen Musikerziehung in Vergangenheit und Gegenwart. - In: Musik in der Schule. 22 (1971). 4, S. 143-151.
Auf der Grundlage der "Stiehlschen Regulative" (1854), der "Falkschen Bestimmungen", der von Kretzschmar bzw. Kestenberg eingeleiteten Reformen und der entsprechenden Lehrpläne für Schulen und Lehrerbildungsinstitute wird gezeigt, wie im Sinne des bürgerlichen Bildungsmonopols die Behandlung Beethoven-scher Werke nur der höheren Schule Vorbehalten war und wie das - der Nachweis wird an den amtlichen Richtlinien und Lehrplänen einzelner Bundesländer geführt - auch noch heute für die Volksschule der BRD im Grundsätzlichen gültig ist. Es wird weiterhin gekennzeichnet, wie auf Grund der kontinuierlichen Weiterführung der Schul- und Kulturpolitik der revolutionären Arbeiterklasse durch die SED in der DDR das Werk Beethovens fest in den Musikunterricht der sozialistischen Schule integriert ist. Es wird nachgewiesen,, wie entgegengesetzte gesellschaftliche Bedingungen in den beiden deutschen Staaten auch ein divergierendes Verhältnis zur Musik Beethovens und zu ihrer erzieherischen Funktion bedingen.
Personen
- Paul Michel Autor*in