Bericht 1968

Eintrag 149

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

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Zum Bericht 1968

Richter, Lukas: Die Neue Musik der griechischen Antike. Teil I: Die italienische Überlieferung; Teil II: Die Tondenkmäler. - In: Archiv für Musikwissenschaft. 25 (1968), Nr. 1, S. 1-18 u. Nr. 2, S. 134-147.

Als Entwurf zu einem künftigen Gesamtbild gedacht, bemüht sich die Arbeit um eine Würdigung einer bislang meist unterschätzten oder abgewerteten Epoche der griechischen Musikgeschichte. Wie der Quellenbefund zeigt, erweiterten die Meister des neuen Dithyrambos und Nomos bewußt die traditionellen Mittel der Kompositionstechnik. Die verschiedenen Neuerungen, durchkomponierte akzentgerechte Vertonung, tonmalerische Melismatik, Vorliebe für Modulation, extreme Stimmlagen, verselbständigtes Instrumentalspiel, dienen realistischem Textausdruck und psychagogiseher Wirkung auf das breite Publikum der Polis. Mit Organisation chorischer Agone und Errichtung eines Konzerthauses schufen die athenischen Staatsmänner die Grundlagen für eine Demokratisierung der Musik. - Im 1. Teil wird die kritische Stellung zeitgenössischer und späterer Schriftsteller untersucht, so des Aristophanes, Platon, Aristoteles und Aristoxenos und eine Charakteristik der einzelnen Dichtermusiker, vor allem des Kinesias, Philoxenos, Timotheos und Euripides, gegeben (mit besonderer Berücksichtigung der "Perser" des Timotheos). - Der 2. Teil analysiert das Musikfragment aus dem euripideischen Orestes als einziges authentisches Dokument der Neuen Musik sowie hellenistische Tondenkmäler, wie die Delphischen Hymnen und den Papyrus Berlin 6870, aus denen sich die Spuren der Neuen Musik rekonstruieren lassen.

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