Niemann, Konrad: Experimentelle und soziologische Methoden zur Ermittlung des Musikniveaus. Ein Beitrag zur Methodik empirischer Musiksoziologie. - Diss., Humboldt-Univ. Berlin 1968. 230 S.
Einleitend werden die Stellung der marxistischen Musiksoziologie, das Verhältnis von Musikhistoriographie und Musiksoziologie und die Aufgaben der konkret-soziologischen Forschung erörtert. Zur Erprobung verschiedener Methoden und Techniken erfolgte eine Befragung über Musik in zwei nach dem Quotaverfahren ermittelten Teilstichproben. Unter methodenkritischem Gesichtspunkt wurde untersucht und ausgewertet, ob durch die Reihenfolge der vorgeführten Musikbeispiele, oder ob durch eine Erklärung zum gehörten Musikbeispiel die Bewertungen beeinflußt werden, ferner, welche Skalierungen sich als günstig erweisen, ob drei- oder fünfstufig verbale Skalen oder ob kontinuierliche Skalen. Dabei konnte ermittelt werden, daß die Reihenfolge der Musikbeispiele keinen Einfluß auf die Bewertung ausübt. Musikurteile tendieren aber zu positiver Bewertung bei kurzer Erläuterung; signifikante Unterschiede ergaben sich vor allem bei den verschiedenen Tätigkeitsgruppen und nach dem Bildungsniveau. Eine kontinuierliche Skala mißt genauer und differenzierter; sie ist für kleine Erhebungen besonders geeignet. Die Ergebnisse wurden verglichen mit den nach einer dreistufigen verbalen Skala gewonnenen Daten. Die Verwendung einer fünfstufigen Skala bietet mit den Zwischenstufen bessere Möglichkeiten zur Erkenntnis von Entwicklungstendenzen musikalischer Interessen als eine dreistufige Skala. Die Verbreitung des Liedgutes konnte über Liedlisten ermittelt werden. Signifikante Unterschiede hinsichtlich der Verbreitung ergaben sich zwischen beiden Geschlechtern, den Tätigkeits- und Altersgruppen. Zur besseren Erfassung des Musikurteils wurde ein dreidimensioniertes Musikurteil nach der Geschmacksbewertung, der Genrekenntnis und einer Funktionszuordnung gebildet.
Personen
- Konrad Niemann Autor*in