Bericht 1968

Eintrag 100

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Diss.1967
Zum Bericht 1968

Lohse, Fred: Die musikalische Linearität des 20. Jahrhunderts als ordnendes Prinzip einer historisch begründeten und neuentwickelten Systematik des Tonsatzes. - Diss., Leipzig 1967. 373 S.

Unter dem Primat der Linearität, die schon Busoni "als Beherrscherin aller Stimmen, als Trägerin der Idee und Erzeugerin der Harmonie” gefordert hat, werden alle strukturbildenden Elemente der Musik, also Melodik, Metrik und Rhythmik, Harmonik, formale Asymmetrik und Symmetrik sowie Artikulation, Dynamik und Klangfarbe (Instrumentation) als einander ebenbürtig in die neu entwickelte Systematik des Tonsatzes einbezogen. Gemäß der historischen Entwicklung orientiert sich die Satztechnik an der Vokalmusik des 16. Jahrhunderts, d.h. die der Linearität verpflichteten Gestaltungsprinzipien ordnen allgemein den Aufbau der Systematik, die kontinuierlich den einstimmigen, zweistimmigen, drei- und mehrstimmigen (auch harmonisch funktionell gebundenen) Satz behandelt, und ermöglichen einheitlich begründete Untersuchungen des horizontalen und vertikalen Klanges. Dabei Lassen sich ohne Verfälschung des historisch überlieferte Kompositionstechniken (z.B. Parallelstimmigkeit, die neuzeitlichen, reihengebundenen wie metrisch rythmischen Konstruktionen der Linearität des 20. Jahrhunderts unterstellen.

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