Gülke, Peter: Die Wandlungen des musikalischen Hörens als Maßgabe der Interpretation. - Referat, Internat. Kongreß der GfM, Leipzig, 1966. - Erscheint im Kongreßbericht.
Das Musikwerk ist nicht nur ein Gefüge bestimmter Töne, sondern zugleich bestimmter in diesen Tönen ausgedrückter Intentionen. Die Wirkungen bestimmen sich aus dem Verhältnis Werk - musikalische Umwelt, so daß mit erklingender Kunst für die Nachwelt ihr Sinn nicht wiederhergestellt sein muß. Die expansive Entwicklung der musikalischen Ausdrucksmittel im 19. und 20. Jahrhundert bewirkt generell eine Neutralisierung und Entschärfung älterer Werke. Der Begriff von historischen Werken weicht beim Hörer heute von der ursprünglichen Konzeption ab. Es wäre eine Aufgabe der Wissenschaf ein erster Baustein zu einer Theorie der Interpretation, das Verhältnis der Meisterwerke zu ihrer musikalischen Umwelt genauer zu definieren. (Z)
Personen
- Peter Gülke Autor*in