Meinel, Hermann: Ober Schwingungen von Platten und Geigen. - Unpubl. - Ms. 15 S.
Seit etwa 1800 sind die Chladnischen Klangfiguren auf schwingenden Platten bekannt. Sie zeigen auf Kreisplatten Knotenlinienkreise, Knotenliniendurchmesser und Kombinationen beider mit Schnittpunkten, wie sie auch die seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts ausgearbeitete Theorie ergibt. Knotenlinienuntersuchungen an Geigen ergaben keine Schnittpunkte. Unter Einführung des Begriffes vom "Drehsinn einer Knotenlinie" wird auf einfache physikalisch-mathematische Weise gezeigt, daß Knotenlinien auf Platten sich grundsätzlich nicht schneiden können, ebenfalls, daß Schnittpunkte bei genauer Betrachtung der experimentellen Ergebnisse auch nicht vorliegen. Dadurch wird der Widerspruch zwischen Knotenlinien auf Platten und Geigenkörpern aufgehoben. Es kommt zu einer neuen Definition einer Knotenlinie, sich kreuzende Durchmesser und andere Knotenlinien mit Schnittpunkten fallen nicht mehr darunter. Die Ergebnisse werden vorerst Anwendung finden auf noch ungelöste Fragen der physikalischen Geigenforschung, insbesondere über Schwingungsformen von Geigenkörpern.
Personen
- Hermann Meinel Autor*in