Zu gegenwärtigen Fragen von Operette und Musical: Werkentwicklung, Spielplangestaltung, Interpretation./ [Beiträge von Horst Heitzenröther, Hans-Gerald Otto, Kurt Damies u. Christian Kaden.] - [Berlin:] Verband der Theaterschaffenden der DDR, 1974. - 100 S. - (Material zum Theater: R. Musiktheater; Nr. 40, H. 9)
Das Fehlen einer gültigen Genre-Theorie für das Musical erfordert gezielte Untersuchungen, um spezifisch-ästhetische Kriterien und Merkmale festzulegen, die einerseits die Abgrenzung zu Revue und Schautheater und andererseits zu Operette und heiterem Musiktheater vollziehen. Wesentlichster Aspekt ist ferner die Determination des Stellenwertes im gesamten Kunstprozeß wie auch die eindeutige Erhellung der Funktion des Genres für ein sozialistisches Publikum. Realismus und Lebenswahrheit sollten auch hier Kriterium für die Stoff- und Materialauswahl werden. Ein statistischer Überblick über die Operetten- und Musicalinszenierungen der DDR 1963 bis 1974 zeigt die Problematik, die sich aufgrund der fehlenden Genrekriterien ergibt. Am praktischen Beispiel einer dramaturgisch erprobten Musical-Konzeption wird abschließend aufgezeigt, wie selbst Fabeln mit spätbürgerlich-philosophischem Gehalt, die jedoch ein humanistisches Anliegen exemplifizieren, durch konzeptionelle und dramaturgisch-analytische Bearbeitung zu einer Bereicherung unserer Spielpläne werden können.
Personen
- Horst Heitzenröther Autor*in
- Hans-Gerald Otto Autor*in
- Kurt Damies Autor*in
- Christian Kaden Autor*in