Bericht 1974

Eintrag 352

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

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Zum Bericht 1974

Thiel, Wolfgang: Wie hört man Musik im Film? - In: Musik und Gesellschaft. 24 (1974), S. 193-198.

Die Probleme filmmusikalischer Rezeption werden nur in künftiger interdisziplinärer Arbeit von Psychologen, Kommunikations- und Musikwissenschaftlern zu lösen sein. Es ist nicht sicher, ob die filmische Rezeption als mehrkanaliger Wahrnehmungsprozeß verstanden werden muß, oder ob die spezifischen Wirkungen des Tonfilms im gestalt-psychologischen Sinne stets nur als ganzheitliche begriffen werden können. Die bisherigen Aussagen der Filmtheorie zeigen bei aller Verschiedenheit jedoch Übereinstimmung in der Anerkennung des visuellen Primats sowie der Spezifik filmmusikalischer Rezeption gegenüber der von Musik im Konzertsaal. Die allerorten noch fehlende filmästhetische Bildung läßt die Spielfilmmusik nur bei einem sehr geringen Prozentsatz des Publikums zu einem Objekt willkürlicher Aufmerksamkeit werden. Das schmale Frequenzband im Lichttonverfahren sowie klangverformende Eigenschaften des jeweiligen Vorführungsraumes sind weitere Ursachen des oftmaligen Nicht-Bemerkens der Filmmusik.

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