Bericht 1973

Eintrag 284

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

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Rüger, Christof: Ein Künstler - zwei leben. Zum 100. Geburtstag Sergej Rachmaninows. - In: Musik und Gesellschaft. 23 (1973), S. 198-203.

Rachmaninows erster Lebensabschnitt ist geprägt von seiner Vielseitigkeit als Interpret - Pianist, Begleiter (u. a. Schaljapins), Dirigent - und Komponist (fast sämtliche Werke entstanden bis 1917: Oper, Klaviermusik, Sinfonik, Konzerte, Lieder). Die Abreise aus Sowjetrußland zwang Rachmaninow existentiell zu aufreibender Tourneearbeit als internationaler Spitzenvirtuose. Mit fast 45 Jahren erwirbt er sich neue technische Perfektion; unfreiwillige Vereinseitigung, langfristiger Verzicht auf Komposition sind die Folgen. Vereinzelte Spätwerke erweisen sich als stilistisch neuartig und im Gesamtschaffen bedeutsam. Bis zuletzt wirken in Rachmaninows Musik nationale Einflüsse weiter (Tschaikowski, Novatoren), tragende Impulse gibt die russische Landschaft. - Rachmaninows Verbleib im Ausland resultiert nicht zuletzt aus seiner Integration in den imperialistischen Musikbetrieb mit seinem Komfort und Marktprinzip. Dennoch begleiten den Komponisten bis hin zum Sterbebett engagierte Beziehungen zum Volk seiner Heimat.

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