Patzschke, Eva-Maria: Gruppenmusiktherapie in der Psychiatrischen Klinik. Mit Untersuchungen zur Musikrezeption. - Leipzig, Diss. A, 1973. 177 S.
Es ist das Ziel der Arbeit, für die Psychiatrie geeignete Formen aktiver und rezeptiver Gruppenmusiktherapie zu entwickeln und theoretisch zu untermauern und sozialpsyohologisohe und sozialpsychiatrische Erkenntnisse für das Gebiet der Gruppenmusiktherapie fruchtbar werden zu lassen. Über die theoretischen Voraussetzungen, Methoden und Einsatzmöglichkeiten verschiedener Formen von Musiktherapie wird berichtet. Die wichtigsten der in diesem Rahmen entwickelten oder modifizierten Therapieformen sind rezeptive Gruppenmusiktherapie (Musikhören in der Gruppe kombiniert mit therapeutischem Gruppengespräch), Gruppensingtherapie und Gruppenrhythmustherapie. Sie wurden jeweils in verschiedenen Varianten hinsichtlich ihrer theoretischen Voraussetzungen, der Indikation, der Gruppenzusammensetzung, des Therapeutenverhaltens, der musikalisch-inhaltlichen Gestaltung, soziodynamischer Gruppenaspekte sowie ihrer Stellung und Funktion im Therapieplan der Psychiatrie diskutiert. Es wurde die therapeutische Musikrezeption am Beispiel von 8 Kompositionen der klassischen Instrumentalmusik des 18.-20. Jahrhunderts das Musikerleben von je 2o neurotischen und schizophrenen Patienten erfaßt. Die Ergebnisse wurden noch mit den entsprechend erhobenen Rezeptionswerten von 20 Studenten der Musikerziehung verglichen. Die Erhebungen erfolgten mit der Methode des Polaritätsprofils. Pro Komposition und Gruppe wurden Mittelwert und Streuung berechnet und tabellarisch sowie graphisch dargestellt. Die Signifikanzprüfung der Gruppenunterschiede erfolgte mit dem t-Test. Ergebnisse: Die Rezeption der untersuchten Kompositionen unterscheidet sich teils statistisch signifikant, teils graduell. Die ästhetischen Eigenschaften jeder Komposition konnten am Beispiel der Merkmalswahlen zusammengefaßt und Ansatzpunkte zur Differenzierung der rezeptiven Gruppenmusiktherapie hinsichtlich Wirkung, Indikation und Musikauswahl gegeben werden.
Personen
- Eva-Maria Patzschke Autor*in