Bericht 1972

Eintrag 342

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

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Zum Bericht 1972

Thiel, Wolfgang: Zur dramaturgischen Funktion der Musik in Fernsehfilmen der DDR. - In: Musik und Gesellschaft. 22 (1972), S. 205-213.

Ausgangspunkt ist die These, daß sich die Spezifik der Filmmusik aus der Dramaturgie der jeweiligen Filmgattung ergibt. Da sich jede Kunstgattung unter Beachtung der technischen Besonderheiten ihres Produktions- und Reproduktionsprozesses sowie ihrer Rezeptionsbedingungen um eine eigene, ihr gemäße Dramaturgie bemüht, müßten sich dem Komponisten bei zunehmender Entwicklung einer, den medienspezifischen Möglichkeiten des Fernsehfilms adäquaten dramatischen Gestaltung folgerichtig neue, genreeigentümliche Aufgaben stellen, Beim gegenwärtigen Entwicklungsstand der Fernsehfilmmusik steht analog zur Filmmusik überhaupt im Mittelpunkt der kompositorischen Arbeit nicht der strukturelle, sondern der funktionelle Aspekt; d. h. eine aus der filmischen Gesamtkonzeption hervorgehende dramaturgische Notwendigkeit ihres Einsatzes. Ausgehend von 1971 entstandenen und erstgesendeten Fernsehfilmen wurde versucht, einige der gegenwärtigen Tendenzen der Bild-Ton-Verknüpfung aufzuzeigen, nach der Effektivität der angewandten filmmusikalischen Gestaltungsmöglichkeiten in verschiedenen Filmgattungen zu fragen und anhand einer kleinen Auswahl konkreter Beispiele auch allgemeinere theoretische Problemstellungen wie Synchronismus/Asynchronismus, dramaturgischer Kontrapunkt, Spezifika filmmusikalischer Kompositionstechnik usw. zu umreißen.

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