Rienäcker, Gerd: Zur Dialektik bei der dramaturgischen Gestaltung der Musik zu Goethes "Egmont". - In: Bericht über den Internationalen Beethoven-Kongreß 10.-12. Dezember 1970 in Berlin. - Berlin: Verlag Neue Musik 1971. S. 301-313.
Ausgangspunkt sind Probleme dialektischen Zusammenwirkens von Schauspiel und Musik, d. h. die spezifische Leistungsfähigkeit und Zuordnung von Instrumentalmusik und Liedern zu den Vorgängen des "Egmont". Zunächst gilt es, im musikalischen Ablauf zwei dramaturgische Prinzipien zu analysieren: jenes der kontrastierenden Verknüpfung und der Ableitung bzw. Entfaltung. Diese haben für den innermusikalischen Zusammenhang, zum anderen aber für Kohärenz von Musik und Stückgeschehen große Bedeutung, manifestieren sich in einer Vielzahl unterschiedlicher musikalisch-dramaturgischer Verfahrensweisen. Daraufhin werden einzelne Momente spezifischen Zusammenhangs zwischen musikalischen und szenischen Vorgängen untersucht. Diese Dialektik widerspiegelt die besondere Beziehung von Beethovens Bekenntnis zur Idee des Stücks und dem Weiterführen des Angelegten aufgrund seiner Weltanschauung.
Personen
- Gerd Rienäcker Autor*in