Kestner, Erwin: Marin Marais' Virtuosität in seinen 'Pièces de Viole' Bde I-V. - Leipzig, Forschungsarbeit.
Beim virtuosen Gambenspiel gewinnt auch das dem Werk entsprechende Instrument im gemäßen Zubehör (Saitenbezug, Bogen) Bedeutung. Mit der Applikatur verbunden steht neben dem verhältnismäßig seltenen pizzicato die Bogenführung in unterschiedlichen Stricharten. Melodisch bedingte Abweichungen sind sorgfältig, das übrige soweit notwendig bezeichnet. Eine Gelegentlich sparsame Bezeichnung deutet den ad-libitum-Charakter auch für die Bogenführung an. Die Sechs- bzw. Siebensaitigkeit bedingt eine Ausbildung der Quergleitfunktionen (links) und ein Spiel auf 'langer Saite', überwiegend in Grundstellung I bzw. II. Klanglich homogenes Akkordspiel (trotz Siebensaitigkeit höchstens sechsstimmig) wird ermöglicht durch Bünde und leere Saiten, durch zweckmäßigen Bogengriff. Längsgleitfunktionen (links) sind außerhalb der Bünde nur auf der 1. Saite entwickelt, gelegentlich die 2., weniger die 3. Saite einbezogen; Lagenwechsel meist im Strichwechsel (Ganzton bevorzugt) sprungweis (Quart, weniger Quint, Oktave); im freien Einsatz (nach Pausen bzw. toter Intervall). Die Verzierungskunst wurde bereits im anderen Zusammenhang behandelt.
Personen
- Erwin Kestner Autor*in