Rienäcker, Gerd: Probleme des sozialistischen Opernschaffens der DDR- Zu einigen Aspekten der Stilisierung. - In: Theater der Zeit. 26 (1971). 11 und 12.
Anhand ausgewählter Beispiele aus neueren Opern ("Die zweite Entscheidung" von Udo Zimmermann "Bill Brock" von Rainer Kunad, "Der Einzug" von Tilo Medek, "Lanzelot" von Paul Dessau) werden Probleme artifizieller Stilisierung behandelt. Dabei geht es um die Dialektik von Alltag und Stilisierung, des Gewöhnlichen und Ungewöhnlichen, um Probleme der Modifizierung und Transformierung" realer Vorgänge in ungewöhnliche zwecks analytischer Durchdringung. Hier liegen Möglichkeiten der Oper, die Transformation realer Vorgänge, wie sie beispielsweise im Verfahren der Figurenaufspaltung bzw. der Figurenvervielfältigung vorkommen. Welche Bedeutung hat hierbei das direkte Anknüpfen an musikalische Formulierungen des Alltags, und wo setzt die Stilisierung ein? Es geht um den Hinweis, daß diese Problematik an Bedeutung gewinnt, wenn die Stoffe und Vorgänge unseres Opernschaffens im sozialistischen Alltag angesiedelt sind. Damit hängen neue Qualitäten der Heidengestaltung und der Maßstäbe für ihre Bewertung zusammen, die auch in der Gestaltung ihren Niederschlag finden könnten.
Personen
- Gerd Rienäcker Autor*in