Kneipel, Eberhard: Die Analyse. Cellokonzert von Gerhard Rosenfeld. - In: Musik und Gesellschaft, 21 (1971), 3, S. 186-191.
Rosenfelds Konzert entstand 1967 im Auftrag der Komischen Oper Berlin und wurde 1968 einer tiefgreifenden Neugestaltung unterzogen. Jeder der 3 Sätze ist in einer modifizierten Bogenform angelegt, wobei sich am ehesten das Finale einem traditionellen Formtypus nähert, dem Rondo, Der kompositorische Verlauf - die Veränderung der Materialstruktur wie die Aufeinanderfolge musikalischer Haltungen - ist aufs Durchbrechen der tektonischen Statik angelehrt: Die innerhalb der Sätze sich vollziehende Evolution führt im gesamten Werk zu einem aufsteigenden dramaturgischen Verlauf, dem ein inhaltlicher Aufhellunqs- und Klärungsprozeß zugrunde liegt. In der Einheit von Wahrheit und Schönheit, die auf dem "Vorspielen" der Lösungsmöglichkeit von Konflikten beruht, die Typisches einer progressiven Lebenshaltung "widerspiegelt" und erlebbar macht, zeichnet sich die sozialistisch-realistische Qualität und Funktion des 1970 mit dem Hanns-Eisler-Preis ausgezeichneten Werkes ab.
Personen
- Eberhard Kneipel Autor*in