Bericht 1971

Eintrag 83

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Artikel1971
Zum Bericht 1971

Kemlein, Magdalena u. Helmut Born: Praktische Erfahrungen aktiver Musiktherapie. - In: Musiktherapie, Theorie und Methodik, hrsg. v. Christa Kohler. - Jena: VEB G. Fischer 1971, S. 93-97. (Wissenschaftliche Beiträge der Karl-Marx-Universität Leipzig. Reihe Wissenschaften-Medizin).

Der Beitrag berichtet aus der Praxis des therapeutischen Singens mit psychotherapeutischen und internen Patienten. Die 1mal wöchentlich stattfindende 75minütige Veranstaltung ist 3stufig aufgebaut. Jede Stufe wird in ihrer Zielstellung und den angewendeten methodischen Wegen erläutert. Stufe 1 (30'): Singen bekannter und neu zu erarbeitender Lieder im Stile des Offenen Singens. Erzielung eines gewissen Ermüdungsgrades. Stufe 2 (25'): Entspannungsübungen unter suggestiver Leitung des Therapeuten. Im Zentrum die Beeinflussung des Atmungsgeschehens. Elementare Stimmeinsatz- und Lautbildungsübungen. Stufe 3 (20'): Einbeziehung der rhythmischen Körperbewegung durch Armschwingen nach improvisierter Klaviermusik. Beruhigender Ausklang durch Abendlied. - Systematische Auswertungen der Therapieform liegen noch nicht vor. Befragungen im ärztlichen Einzelgespräch und spontane Patientenäußerung ergeben positives Gesamtbild der Reaktionen im Sinne der Hilfe bei der Lesung psychischer und physischer Verspannungen. - Die Glieder des kommunikativen Prozesses zwischen Therapeuten und Patienten sind: unaufdringlicher Ausdruck beim Therapeuten, der das Akzeptieren der musikalischen und verbalen Inhalte erleichtert. - Steigerung zur Identifikation mit dem Therapeuten und seiner Aussage. - Aktive Teilnahme am ausdruckhaften Geschehen. - "Umkehreffekt" durch Steigerung der eigenen Emotionalität des Patienten.

Personen

Orte