Bericht 1971

Eintrag 65

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Artikel
Zum Bericht 1971

Hennenberg, Fritz: Zur Dialektik des Schließens in Liedern von Hanns Eisler. - In: Sammelbände zur Musikgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik. Bd 2. - Berlin: Verlag Neue Musik. S. 181-227.

Wesen und Funktion des Schließens in Eislers Liedschaffen zeigen sich weniger in der konventionellen Verarbeitung normativer melodisch-harmonischer oder rhythmischer Modelle und Formeln, sondern vielmehr durch die Absicht determiniert, entsprechend des "gesellschaftlichen Zwecks, Auftrags und Verantwortung" des Komponisten, gesellschaftliche Erkenntnis zu vermitteln und gleichzeitig Anstoß zu gesellschaftlicher Veränderung zu geben. Durch Eingriffe in den normativ funktionalen Kadenzverlauf, wie Veränderungen der Akkordstrukturen oder anderer Parameter, abrupte funktional-harmonisch unvollkommene Schlußbildungen oder Verwendung normativ "funktionsloser” Akkorde, sollen eingeschliffene Wirkungen vermieden und durch Überraschungseffekte bzw. provozierend "Unlogisches" der Hörer neben emotioneller "Gerührtheit" zum verstandesmäßigen Erfassen und Nachdenken aktiviert werden.

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