Bimberg, Siegfried: Prolegomena zur Verwendung des Begriffs Rezeption. - Halle: Inst. f. Musikwiss. 1966. - in: Sonderdruck 'Prof. Dr. W. Siegmund-Schultze zum 50. Geburtstag'.
Bei Fragen über Form, Gehalt und Inhalt musikalischer Werke gilt es, zuerst die Ausgangsbasis dieses ästhetischen Gedankenkomplexes zu erklären. Die drei Komponente dieser Basis: Schaffen (Produktion) - Vortragen (Interpretation) - Hören (Rezeption) umreißen auch den Zusammenhang der Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die die Vielfalt der Musikpraxis bedingen. Rezeption bedeutet nicht nur ein Aufnehmen von Musik, etwa den Hörprozeß, sondern vielmehr eine Einheit von Aufnahme, Bewahrung und Aktivierung. Das Aktivieren ist von entsprechenden Bildungsgängen abhängig, die bewußte Einordnungen in theoretische Zusammenhänge ermöglichen. Diese innere Aktivierung bildet die Voraussetzung für ein echtes bewußtes Nacherleben. Die Rezeption musikalischer Werke bedeutet deren geistig-aktive Aneignung. (Z)
Personen
- Siegfried Bimberg Autor*in