Bericht 1970

Eintrag 121

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Diss.1970
Zum Bericht 1970

Hingst, Alfred: Musiklehre und Musikleben an der Universität Rostock von ihrer Gründung 1419 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. - Rostock, Phil. Diss. 1970. 299 S.

Die Arbeit erstreckt sich auf die Erarbeitung einer Musikgeschichte der Universität Rostock anhand von Archivalien und Sekundärliteratur. Wie an allen Universitäten des ausgehenden Mittelalters steht auch in Rostock die ars musica als Teil des Quadriviums im Magistrandenstudium an erster Stelle, vorzugsweise vom Mathematiker nach der "Musica speculativa" von Johannes de Muris gelehrt. Sie bleibt bis etwa zum Jahre 1581 Lehrgegenstand der Artistenfakultät. Gleichzeitig entwickelt sich als Bestandteil des Triviums zunehmend die Lehre von praktischen Gesangsregeln, vermittelt im Pädagogium der Universität durch die Kantoren. Ihr Ziel ist die Anwendung beim liturgischen Singen. Mit dem Eindringen einer neuen humanistischen Ideologie gewinnt die musica; practica an Bedeutung. An der Pflege weltlichen Musiziergutes nimmt auch der Lehrkörper teil. Bereits für die Mitte des 16. Jahrhunderts ist an der Universität Rostock ein collegium musicum nachweisbar. Im Zeitalter der bürgerlichen Aufklärung stehen geselliges Lied, Chorgesang und Instrumentalspiel im Vordergrund. Besondere Impulse erhält das studentische Musizieren durch namhafte Rostocker Komponisten wie Daniel Friderici und Nicolaus Hasse.

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