Greß, Frank-Harald: Gedanken zur Perspektive der Pfeifenorgel und ihrer universellen und ökonomischen Gestaltung (gekürzt). - In: Bericht über den Internationalen Musikwissenschaftlichen Kongreß Leipzig 1966. - Kassel, Basel (usw.): Bärenreiter; Leipzig: VEB Dt. Verl. f. Musik 1970. S. 424-433.
Die Zukunft der (Pfeifen-)Orgel verlangt größere stilistische Vielseitigkeit bei möglichst geringer Registerzahl. Historisierende Tendenzen und einseitige Modelösungen (mangelhaftes Prinzipalgerüst, Häufung von Aliquoten, überblasenden Registern und Horizontalzungen, zu niedriger Winddruck, Fehlen wichtiger Spielhilfen) sind unrationell. Zusätzliche elektronische Klangerzeuger müßten der Orgel neue Schallphänomene erschließen. - Rationelle Orgeldispositio-, nen verlangen ausgeprägten Werkcharakter, reichbesetztes Schwellwerk, lückenlosen und stufungsreichen Prinzipalchor (evtl, durch neuartige Aufteilung der Klangkronen), 16'-bezogene Teiltonreihen für erweiterte Manual-Plena, klangliche Stabilität der 16'-Lage im Manual und Pedal, Register mit mehrfacher Klangfunktion, zweckmäßig angeordnete Sololabiale, Trompetenbatterie in großen Instrumenten, vollständige Normalkoppeln, Vorbereitungen. Die Vorteile mechanischer Spieltraktur sind bei sehr großen Instrumenten nicht mehr wirksam.
Personen
- Frank-Harald Greß Autor*in