Bericht 1966

Eintrag 151

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Artikel1966
Zum Bericht 1966

Lüdeke, Rudolf: Das Monochord - nur einsaitiges Instrument oder System? - Halle: Inst. f. Musikwiss. 1966. - in: Sonderdruck 'Prof. Dr. W. Siegmund-Schultze zum 50. Geburtstag'.

Der Verfasser führt aus, daß das Monochord in der Antike mehr ein System für das Prinzip der Saitenteilung darstellte, als ein einsaitiges Instrument. Der instrumentenkundliche Ursprung des Monochords ist wegen der nicht eindeutigen mittelalterlichen Quellen schwer festlegbar. Die Existenz eines einsaitigen Instruments für den praktischen Gebrauch ist auch im Mittelalter anzuzweifeln wegen der seit dem 7. Jahrhundert sich stetig entwickelnden mehrstimmigen Musizierpraxis. Als 'Monochord' wurde noch das Trumscheit des 16./17. Jahrhunderts bezeichnet, das eine lange Saite besaß und für Signalzwecke Verwendung fand. Wesentlich ist Jedoch, daß das Monochord vor allem als Begriff für akustisch-optische Demonstrationsgeräte der Musiktheoretiker von der Antike bis zum 19. Jahrhundert existierte und mehr als System denn als Instrument verstanden werden sollte. (Z)

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