Schaefer, Hansjürgen: "Ändere die Welt, sie braucht es!" Notizen zum vokalsinfonischen Schaffen in der DDR. - In: Musik u. Gesellschaft. 19 (1969), S. 532-536.
Rückblick auf 20 Jahre vokalsinfonischen Schaffens in der DDR und zugleich ein Versuch, Tendenzen der musikalischen Entwicklung zu präzisieren. Die Vorrangstellung des vokalsinfonischen Typs im Musikschaffen eines sozialistischen Landes ist darin begründet, daß die Verbindung mit dem Wort die gesellschaftliche Funktion der Musik deutlicher werden läßt. Quellen für die Vokalsinfonik m der DDR sind im Schaffen Hanns Eislers und Paul Dessaus sowie in der klassischen deutschen Oratorientradition zu finden. Bis Ende der 50er Jahre entstand eine Fülle von Oratorien und Kantaten, die sich mit dem Faschismus, dem Kampf um den Frieden und dem Neuaufbau auseinandersetzten. Musikalisch zeigten sich hier Einflüsse sowjetischer Vorbilder und enge Beziehungen zur deutschen Klassik. In jüngster Zeit zeigen sich in der Vokalsinfonik Einflüsse der Jugend-Singe-Bewegung wie der Tanzmusik. Auseinandersetzungen mit dem aktuellen Weltgeschehen finden sich in Werken Paul Dessaus ("Appell der Arbeiterklasse"), persönlich-verhaltene Akzente in Günter Kochans Kantate "Die Asche von Birkenau" sowie Bemühung um neue musikalische Gestaltungsweise epochaler Bezüge der Vokalsinfonik bei Fritz Geißler ("Gesang vom Menschen"). (Liesel Markowski)
Personen
- Hansjürgen Schaefer Autor*in