Raschke, Siegfried: Charakteristik und Wirksamkeit der Prinzipien linearen Gestaltens - untersucht und dargestellt an Kompositionen von Fred Lohse. - Diss., Leipzig 1969.
Ziel der Arbeit war es, mit der Tonsatzstruktur der Kompositionen Fred Lohses einen Sektor unseres Musikschaffens unter gestaltungsprinzipiellem Aspekt zu erfassen. Damit sollte gleichzeitig der Beitrag gewürdigt werden, den Lohse als Komponist, Wissenschaftler und Pädagoge zur zwanzigjährigen Musikgeschichte unserer Republik liefert. Zur Wesensbestimmung des Linearitätsprinzips, das sich als grundlegende Gestaltungskonzeption zeigt, mußte einmal die strukturelle Spezifik der Horizontalgestalten und die daraus resultierenden Spannungs- und Entspannungsprozesse erkannt und sichtbar gemacht werden, deren Charakter durch die spezifische Dialektik der Sukzessivintegration von melodischer, harmonischer und rhythmischer Komponente determiniert wird. Zum anderen galt es, die Funktion der Linie im Phonalsatz zu bestimmen. Die vergleichende Gegenüberstellung des Lohseschen Kompositionsprinzips und seiner Strukturformen mit gestaltungsprinzipiellen Konzeptionen anderer Komponisten unseres Jahrhunderts ermöglichte schließlich umfassende Verallgemeinerungen und die Nachzeichnung der stilistischen Entwicklung Lohses in ihrer gesellschaftlichen Kausalität und den Beziehungen zu anderen Entwicklungslinien des 20. Jahrhunderts.
Personen
- Siegfried Raschke Autor*in