Bericht 1969

Eintrag 51

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

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Irmer , Hans-Jochen: Jacques Offenbachs Werke in Wien und Berlin. Zum 150. Geburtstag des Komponisten am 20. Juni 1969. - In: Wiss. Zeitschrift der Humboldt-Universität zu Berlin, Gesellschafts- und Sprachwiss. Reihe. 18 (1969), H. 1, S. 125-145.

In Wien vollzog sich um 1860 die Wende vom Volkstheater zur Operette, Nestroy bahnte Offenbach den Weg. In Berlin war es der Musikverleger Gustav Bock, der dem Komponisten zu ersten Erfolgen verhalf. Im Verlauf von 25 Jahren setzte sich Offenbach und mit ihm die Kunstgattung Operette durch. Das künstlerische Vermächtnis für das Theater wurde jedoch erst im Rahmen einer Entwicklung deutlich, die die Kunst der Interpretation zum Prinzip und den Regisseur als den Interpreten zum eigentlichen Prinzipal der Bühne erhob. Wenn sich die großen Offenbach-Aufführungen des 19. Jahrhunderts unlöslich mit Namen berühmter Sängerinnen wie Hortense Schneider, Anna Judic oder Marie Geistinger verbanden, so waren die bemerkenswerten Offenbach-Aufführungen des 20. Jahrhunderts an die Namen erstklassiger Regisseure geknüpft, wie Hans Gregor, Max Reinhardt, Walter Felsenstein, Benno Besson. Die Leistungen dieser Theaterleute werden anhand ihrer Offenbach-Inszenierungen ausführlich gewürdigt. Von besonderer Bedeutung für die Offenbach-Renaissance ist Karl Kraus, dessen theoretische und praktische Bemühungen untersucht und kritisch gewertet werden. Die Arbeit ist als ein Beitrag zur Geschichte und zur Theorie der Gattung Operette gedacht.

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